Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

130 Jahre Türme auf der Ziegenhelle

von Prof. Dr.-Ing. Hans Fröhlich und Walter Peis
Sauerland Heft 4/ 2011

130 Jahre Türme 01

Gasthof Fischer (weies Fachwerkhaus)
Foto: M. Lingenhauber, Zschen

Als der Vermessungsdirigent Hauptmann Hans Bendemann am 1. Juli 1887 im Zuge seiner Erkundungen für eine genaue Kartenaufnahme des Sauerlandes durch die Königlich Preußische Landesaufnahme nach einer Übernachtung im Gasthof Fischer [heute Gasthof-Pension Lumme] mit dem Züschener Schuhmacher Theodor Schauerte die 816 m über NN gelegene Ziegenhelle erreichte, hielt er in seinem Erkundungsbuch fest:

„Auf dem Rücken des langgestreckten Höhenzuges steht an der wohl günstigsten Stelle ein 11 m hohes Katastersignal. Der nordwestliche Abhang des Rückens ist abgetrieben, der südöstliche ist mit hohem Holz bestanden, welches das Signal schon überhöht, so daß eine Erkundung darüber hinweg unmöglich ist. Der Festlegungsstein enthält auf der oberen Fläche einen durchlaufenden Kreuzschnitt in den Diagonalen. An einer Seitenfläche T.P. [Trigonometrischer Punkt], darunter 1881.“ Stein und Signal stammten von der in den Jahren 1880- 1883 durchgeführten Katasterneuvermessung.
 

130 Jahre Türme 02         130 Jahre Türme 03

Festlegungsstein
1881                       Triangulationsnetz 1. Ordnung
                                          
um den TP Ziegenhelle

Um das Signal für die weitere Erkundung sichtbar zu machen, habe ich an das Signal eine 9 m hohe Fichte mit ihrer Krone und einer weißen Flagge darunter befestigt. Die Spitze befindet sich 20 m über dem Erdboden.“

Das Ergebnis seiner Erkundungen bildete schließlich im Gebiet der Ziegenhelle ein Dreiecksnetz mit Seitenlängen von tlw. mehr als 30 km. Für die eigentliche

Triangulation [Dreieckswinkelmessung] errichteten die Signalbauer ein gewaltiges Vermessungsgerüst von 19,2 m Höhe, das später der S.G.V. bis zum Verfall als Aussichtsturm verwendete. Zentrisch unter dem Gerüst wurde der preußische TP durch einen quadratischen Granitpfeiler mit den Buchstaben TP auf der Südseite und einem Dreieck auf der Nordseite vermarkt.

130 Jahre Türme 05

Aussichtsturm 2011 – im Vordergrund der preußische TP
Foto: W. Peis, Züschen

Erst wieder in den 1930er Jahren ermöglichte ein Aussichtsturm [ohne Bild] auf der Ziegenhelle weite Fernblicke, wie sich ältere Züschener Bürger erinnern. Doch als dieser Turm morsch war, wurde  er abgerissen und 1973/74 ein 15 m hoher hölzerner Aussichtsturm errichtet. Leider wurde die Wirkung dieses Turmes in einige Himmelsrichtungen durch Hochwald stark eingeschränkt. Dieses Hindernis bekamen auch die Ingenieure des Landesvermessungsamtes Nordrhein-Westfalen zu spüren als sie 1978 begannen, die TPs mit modernen Mikrowellengeräten zu überprüfen. Kurzum, man baute eine 30 m hohe Beobachtungsleiter aus verzinkten Fertigelementen. Nach den Messungen verschwand der Turm wieder so schnell wie er aufgebaut worden war. Der Holzturm aber war weiterhin Wind und Wetter ausgesetzt, bis er schließlich aus Sicherheitsgründen abgebrochen und im Jahre 2011 durch einen neuen frei zugänglichen Turm ersetzt wurde. Bauherr war die Stadt Winterberg und die Finanzierung erfolgte durch das europäische Förderprojekt LEADER, Leistungen der Stadt Winterberg und des Dorfes Züschen.


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