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Da staunte der Apfelbaum von Wolfgang Frank
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Spechtmeise oder Kleiber
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In der ersten Hälfte des Monats März 2011 gab sich das Wetter nicht vorfrühlingshaft. Es war meist kühl; Nebel, Nassschnee, Regen und Sonne wechselten sich ab. Das Kohlmeisenpaar, das den Nistkasten der im alten Apfelbaum hängt, als sein Eigentum betrachtet, dachte bei dieser Witterung nicht an Nestbau und Brüten, vielleicht ärgerte es sich auch darüber, dass noch Reste des vorjährigen Nestes in dem Nistkasten lagen.
Am 16. März gab es eine böse Überraschung für die Meisen. Ein Kleiber turnt plötzlich im alten Apfelbaum herum und zeigt mit einem scharfen, immer wiederholten „twitt, twitt, twitt...“, wer nun hier das Sagen hat. Kurzerhand vertreibt er die Kohlmeisen. Dann begutachtet er den Nistkasten von außen und innen und wirft schon einigen Schmutz hinaus. Am Tag danach folgt das große Reinemachen. Dabei holt der Vogel zwei Flatschen des alten Nestes heraus; fast doppelt so lang wie er selbst baumeln sie an seinem kräftigen Schnabel. Anscheinend ohne große Mühe fliegt er damit in den dunkelsten Winkel des Gartens und lädt sie dort ab. Nein, nein, so etwas hat der alte Apfelbaum noch nicht gesehen.
Am 20. März gibt es einen frischen und sehr sonnigen Morgen. Der Kleiber fühlt sich ungemein wohl. Zu seinem „twitt, twitt, twitt“ bringt er ein vollmundiges, aufsteigendes Pfeifen und den eigentlich in den April gehörenden Jubelruf, den man mit „djü-djü-djü....“ beschreiben kann. An den Tagen danach hören Garten, Mensch und Tier fast nur noch das weithin schallende Pfeifen. Der Vogel will damit ein Weibchen rufen. Es soll wissen, dass er ein Brutrevier mit einem Nistplatz erobert hat. Aber so laut und lange er auch ruft, ein Weibchen zeigt sich nicht. Schließlich gibt der Kleiber auf. Sein Pfeifen wird schwächer, abfallend, traurig. Die Kohlmeisen horchen auf. Sind sie zusammen nicht stärker als der enttäuschte Kleiber? Schon will das Meisenmännchen in den Nistkasten schlüpfen. Als der Kleiber versucht, es daran zu hindern, ist plötzlich das Meisenweibchen da und haut ihm blitzartig in Büschel Grünzeug um die Ohren. Dem Kleiber bleibt nur noch die Flucht. Nein, nein, auch das hat der alte Apfelbaum noch nie gesehen.
In aller Ruhe baut das Meisenweibchen nun ein Nest in dem vor Marder und Katze gesicherten Nistkasten. Da hinein legt es 8 Eier. 14 Tage braucht es, um die Jungen auszubrüten. Diese werden etwa 20 Tage lang von beiden Eltern im Nest gefüttert. Es wird Mai, bis sie flügge sind. Darauf freut sich der alte Apfelbaum. Zu gern sieht er, wie die Jungen nacheinander aus dem Flugloch des Nistkastens purzeln und unter der Aufsicht der Eltern die ersten kleinen Flüge wagen. |