Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Der Scharfenberger Heimatdichter Dr. Franz Rinsche

von Franz Schrewe

Scharfenberger Heimatdichter Rinsche

Am 11. Januar 2010 wäre er 125 Jahre alt geworden. 1885 in Scharfenberg geboren, starb er am 1. 9. 1948. Brilons Bürgermeister Franz Schrewe hat den Sohn des Dorfes, nach dem eine Straße benannt ist und dem die Bürger 1964 einen Gedenkstein auf dem 552 m hohen Sonderkopf errichtet haben, in Scharfenberger Platt porträtiert.

Verlichte wur Friedrich Wilhelm Grimme (1827 – 1887) iut Assinghiusen ain Vüörbield van Franz Rinsche. Grimme harr dat Bauk „Memoiren eines Dorfjungen“ schrieben. Franz Rinsche hiät dann doi Erinnerungen aan seyne Jugendteyt in seynem Bauke „Sunnenland“ fastehallen. Seyn Sunnenland wur dat Düärpken Scharpmerg und alle Jungen, doi bit 1950 gebuaren sind, konnt iär Liäben met Franz Rinsches vergleyken, weyl iät im Duarpe lange Teyt gleyk blieben is.

No diär kloinen un gräuten Schaule in Scharpmerg wurte Franz Rinsche füär twai Joore Knecht beym Biuern im Nooberhiuse. Seyne Ellern harren toin Kinder. No Breylen up doi Höchtere Schaule konn Franz Rinsche dorümme nit goen. Aber hoi woll affschliut wuat liärnen un gäng met 17 Jooren no Ruien (Rüthen) op doi Präparandenanstalt (Aufbauschule). Met diär plattduitsken Sproke wur hoi doo näu nit säu verwassen.

Biu seyne Loifte taum Plattduisken kaam, well ik vertellen: „Dat Häugduitske is ment ain Kind vam Plattdiusken“. Düsen Satz van seynem Rektor in Ruien hiät Rinsche nit vergiäten. Franz harr sik bey ainem Besauk von seynen Vatter in Ruien schiämet, as doi Vatter iäne un seyne Frönne in Platt aankuierte. As seyn Vaar iäme dann aber saggte, biu wichtig doi plattduitske Sproke äuk füär diän Rektor wür und at düse studaierte Mann et nummedages no diär Schaule ümmer platt kuiere, do gängen iäme doi Äugen uap. Hoi schreybet im „Sunnenland“: „Do was et mey, as wenn mik ainer iut’m Schloope opwekket härr. Vatter raip ik: Ik well mik meyner plattduitsken Muttersproke nit meer schiämen.“

Liäter besochte Franz Rinsche dat Lererseminar in Ruien un wurte Lerer in maniggen Düärpern in Westfalen. Dann mochte hoi 1914 Saldot weeren. No diäm Aisten Kreyge studaierte hoi aan diär Universität in Münster un schrief 1919 seyne Doktorarbet met diäm Thema: „Die gegenwärtige Lage der staatsbürgerlichen Erziehung unter besonderer Berücksichtigung der Volksschule.“ Donoh wurte hoi Gymnasiallerer aan diäm Gymnasium Paulinumin Münster un blief do bit taur Pensionierung 1945. Franz Rinsche konn dat Erscheynen van seynem Bauke „Sunnenland“ 1955 nit meer beliäwen. Hoi rugget op diäm Zentalfriedhof in Münster.

Franz Rinsche hiät seyne maisten Gedichte, Geschichten un Theaterstükke in Schärpmeskem Platt schrieben. „Ais wur use Platt. Dat is säu alt as use Biärge met’n Eiken – und Dannenwällern. Dat Platt hiät säuwuat Gesunnes un Däftiges aan sik. De vulle Klang und doi gesunne Däftigkoit un doi echte Hiärtlikkoit maket us dat Platt säu loib un vertriut.“

Seyn Hobby wur doi Imkerigge un seyn Bauk „Der Bauernimker“ wurte Lerbauk aan diän maisten Schaulen füär Landwirtschaft im ganzen Lanne.

Ik häbbe Rinsches „Sunnenland“ un seyne Gedichte all met 8 Jooren luasen. Dorümme konn ik äuk all in diär kloinen Schaule plattkuiern. Tehäupe met toin 5 Frauluien und 7 Mannsluien hätt fey 1985 tau seynem 100. Geburtstag seyn Theaterstükke „Dat Nülleken“ vaiermol in Scharpmerg, ainmol in Breylen im Kolpinghiuse un in Medebach im Kolpinghiuse spielt. Ik gloibe, Franz Rinsche härr seynen Spaß hatt, wenn hoi us härr soien konnt.

Dündag sind nit meer viele Luie do, doi näu plattkuiert. Van diän Allen kuiert et ainige tworens, awer doi Jungen nit meer. Do mot me Angest häbben, dat iät aftesoin is, dat in 50 Jooren use Plattiutstuarben is. Dat Wieten, dat doi plattduitske Mundoort in gans Westfalen, im Siuerlanne un äuk in user nögeren Haimat as Sproke füär jeden Dag aigentlik däut is, is nit nigge. Bat ist te daun?

Doi Arbetskrois „Mundartpflege“ in usem Breylsken Haimatbund hiät et sik taur Opgabe macht, dat Platt te pflegen un te hoien. Ainmol im Monat driäpet fey us in diär Rotsschänke hinger diäm Rothiuse, or biu se in Breylen sägget, hinger diäm „Rootse“, un kuiert platt. Boi Spass am Platt hiät, is hiärtlich inventaiert.


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