Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Dr. Siegfried Kessemeier 80 Jahre
Sauerland Heft 4/ 2010

„Ich bin begeisterter Museumsmann gewesen und mit Begeisterung bin ich auch Schreiber.“ Das sagte Siegfried Kessemeier in einem Gespräch mit Walter Gödden, über das die Zeitschrift „Westfalenspiegel“ im ersten Heft des Jahrgangs 2010 berichtete. Mit diesem Bekenntnis sind die beiden Tätigkeitsfelder benannt, auf denen sich der vor 80 Jahren am 20. November im sauerländischen Oeventrop geborene Autor in Westfalen und weit darüber hinaus einen Namen gemacht hat. Zu seinem 75. Geburtstag schrieb der Literaturkritiker Jürgen P. Wallmann in den „Westfälischen Nachrichten“, Kessemeier gehöre zusammen mit Norbert Johannimloh, Peter Kuhweide und Georg Bühren zu den Autoren, „denen es gelungen ist, die Mundartdichtung vom Geruchnostalgischer Brauchtumspflege befreit und zum Bestandteil der literarischen Moderne gemacht zu haben.“

Siegfried KessemeierObwohl nach seinem Studium in München und Münster in Münster heimisch geworden, ist für Kessemeier das sauerländische Platt seines Geburtsortes nach seiner eigenen Aussage Teil seiner Identität und „ein wesentliches Element dessen, was man Heimat nennt.“ Ausführlich informiert über die erstaunlich große Zahl seiner Veröffentlichungen in Sauerländer Platt und zur niederdeutschen Sprache das kürzlich unter dem Titel „Im reypen Koren“ erschienene Nachschlagewerk zu rund 850 Mundartautoren des Sauerlandes von Peter Bürger. Für ihn ist Kessemeier „der bedeutendste Gegenwartsautor, der in sauerländischer Mundart schreibt.“ Die hohe Qualität seiner sich eines niederdeutschen Dialektes bedienenenden Lyrik fand wiederholt öffentliche Anerkennung in ihm verliehenen Preisen. Schon 1969 erhielt er den von A. J. Rottendorf gestifteten „Förderpreis für niederdeutsche Literatur in westfälischen Mundarten“. 1975 wurde er mit dem Klaus-Groth-Preis geehrt. 1997 folgte der Kulturpreis des Hochsauerlandkreises (s. dazu: SAUERLAND 1/1998, S. 22), 2002 der Wilhelmine-Siefkes-Preis der ostfriesischen Stadt Leer. Sein lyrisches Werk hat unsere Zeitschrift anlässlich seines 75. Geburtstags gewürdigt (SAUERLAND 1/2006, S. 49).

Mit Recht werden bei solchen und anderen Anlässen immer wieder Siegfried Kessemeiers Verdienste um die niederdeutsche Literatur herausgestellt. Dass er auch als „Museumsmann“ und Historiker bedeutende Leistungen vorzuweisen hat, sollte darüber nicht übersehen werden. Nach verschiedenen Tätigkeiten, darunter als leitender Redakteur des „Westfalenspiegels“, hat er in den Jahren 1972 bis 1978 als Museumsberater des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auch für die Museen im Sauerland wichtige Entwicklungshilfe geleistet, so für das Heimatmuseum Eversberg, das Bergbaumuseum in Ramsbeck und das Schieferbergbau- und Heimatmuseum der Stadt Schmallenberg in Holthausen. Ein wegweisender Vortrag

über Museen im Sauerland, den er 1976 auf der Jahresversammlung des Sauerländer Heimatbundes in Warstein gehalten hat, ist im ersten Heft des Jahrgangs 1977 von „SAUERLAND“ abgedruckt.

17 Jahre lang war Kessemeier von 1978 bis 1995 Leiter der Abteilung Landesgeschichte im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Neben dem Ausbau der Museumssammlung war er maßgeblich an der Vorbereitung bemerkenswerter Ausstellungen zur westfälischen Landesgeschichte und von Bilddokumenten beteiligt. Einen Höhepunkt bildete dabei die für das kurkölnische Sauerland bedeutende Ausstellung „Köln-Westfalen 1180-1980“, die 1981 auch in Köln zu sehen war und weitere Stationen in Arnsberg und in Attendorn hatte. Im Sauerland-Museum in Arnsberg hat er bei Ausstellungen wiederholt den Eröffnungsvortrag übernommen.

Einer seiner Interessenschwer punkte ist die Landschaftsmalerei. Davon zeugt unter anderem ein Beitrag in dem 2009 vom Museum in Holt hausen herausgegebenen Band „Kunst im Sauerland“, in dem Kessemeier der Frage nachgeht, wie Maler das Sauerland sehen. Nie abgerissen ist seine Verbundenheit mit seinem Herkunftsort Oeventrop.

So hat er 1982 das von ihm bearbeitete Buch „Die Ruhrdörfer“ seines Vaters Carl Kessemeier herausgegeben und 2006 in der Festschrift der SGVAbteilung Oeventrop unter dem Titel „Eine Oeventroper Reminiszenz“ davon erzählt, welche bis heute nachklingenden Kindheitserinnerungen sich mit der dortigen SGV-Gruppe verbinden. Die Leser unserer Zeitschrift kennen Siegfried Kessemeier seit langem als geschätzten Autor mancher Beiträge, zu denen seit Heft 3/2009 regelmäßig die Aktuelles aufgreifende Kolumne „Kommentiert…“ gehört. Zu seinem 80. Geburtstag dankt ihm die „SAUERLAND“- Redaktion für seine verdienstreiche Mitarbeit und seine immer förderliche Begleitung. Sie wünscht ihm eine weiterhin ungeminderte Schreibfreude und erhofft sich, dass er auch in Zukunft noch oft für „SAUERLAND“ zur Feder greift. Die Augustin Wibbelt-Gesellschaft, die sich als Gesellschaft zur Pflege, Förderung und Erforschung der niederdeutschen Literatur und Sprache Westfalens versteht, erweist dem plattdeutsch schreibenden Autor anlässlich seines 80. Geburtstags ihre Hochachtung am 4. Dezember 2010 in Münster mit einem sich speziell mit seinem Werk befassenden Colloquium.

Günther Becker


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