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Gartenkultur im Sauerland? Parks und Gärten – ein Thema für Südwestfalen? von Hartmund Kalle
Diese Fragen waren der Beginn einer Projektidee, die im LWL-Amt für Landschaftsund Baukultur in Westfalen im Vorfeld der Regionale 2013 in Südwestfalen entstand.
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Arbeitsgruppe im Kreishaus in Meschede Foto: Kirsch-Stracke
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Seit Ende der 1990er Jahre hat der LWL die Regionen Ostwestfalen-Lippe (OWL) und Münsterland auf ihre gartenkulturelle Substanz und ihre Potentiale hin untersucht. Zahlreiche grüne Schätze wurden dabei wieder oder neu entdeckt und bekannt gemacht. Viele kulturelle und touristische Folgeprojekte öffnen seitdem die Gärten und Parks im nördlichen Westfalen immer wieder und geben Einblicke in das grüne kulturelle Erbe.
Doch wie steht es um die Gartenkultur in Südwestfalen? Und worin liegt deren Eigenart im „Land der Berge und Bur gen“?
Genau hier setzt die Projektidee des LWL an. Eine günstige Fügung erbrachte, dass parallel zu den Überlegungen des LWL beim Kreisheimatbund Olpe ähnliche Fragen diskutiert wurden. So lag es nahe, die Interessen zu bündeln und von nun an gemeinsam die Idee voranzutreiben.
Als erster Arbeitsschritt war es sinnvoll, sich zunächst einen groben Überblick zu verschaffen über die bekannten Garten- und Parkanlagen in Südwestfalen (Kreise Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Märkischer Kreis und Hochsauerlandkreis). Und wer hat einen besseren flächendeckenden Überblick als die Kreisheimatpfleger und Heimatbünde? Durch die Initiative des Kreisheimatbundes Olpe bildete sich im November 2009 ein Arbeitskreis von Interessierten aus der Heimatarbeit, der gemeinsam mit dem LWL und unter frühzeitiger Einbindung der Südwestfalen Agentur eine Liste der interessantesten, meist öffentlichen Gärten und Parks der Region aufzeigt. Da besonders in den Kreisen Soest und Olpe seit einigen Jahren zahlreiche Inhaber privater Gärten an bestimmten Tagen ihre Gartenpforten öffnen, sind auch Vertreter dieser Initiativen im Arbeitskreis vertreten.
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Rosenfest in Assinghausen, Foto: LWL / H. Kalle
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Nach mehreren Arbeitstreffen, zum Teil auch in lokalen Untergruppen, und dem Zusammentragen erster Ergebnisse wurde recht bald deutlich, dass ein breites Spektrum an Gärten und Parks in Südwestfalen vorhanden ist und es sich lohnt, den Blick auf die Gartenkultur in Südwestfalen zu vertiefen. Der Bogen der bereits jetzt erfassten Anlagen lässt sich spannen vom historischen Stadtplatz in Siegen über die Kuranlage in Bad Sassendorf, den Villengarten in Iserlohn, den Klostergarten in Arnsberg-Oelinghausen, den Landschaftsgarten am Schloss Eggeringhausen in Anröchte, den Schlosspark in Bad Berleburg, die moderne Parkanlage der Landesgartenschau in Hemer bis zu den privaten Gärten der Offenen Pforten z. B. im Kreis Olpe, in denen es die Besitzer geschickt verstanden haben, Besonderheiten der Region wie das bewegte Geländerelief und die weiten Aussichten in ihre Gestaltungen einzubeziehen. Auch die Gartenanlagen der zahlreichen Höhenburgen weisen diese besonderen Qualitäten auf und unterscheiden sich dadurch von den herrschaftlichen Anlagen im nördlichen Westfalen.
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Ehemalige Kommende Mlheim, Stadt Warstein Foto: LWL / H. Kalle
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Im Rahmen der Qualifizierung der Projektidee wurden einzelne Bausteine diskutiert, die sich im Laufe des Projektes in sinnvoller Weise um das Thema Gärten und Parks entwickeln lassen. Neben dem Ziel der vertiefenden Erfassung und Dokumentation der einzelnen Anlagen über das Internet oder ein südwestfälisches Gartenbuch könnten für die Gärtner von morgen – die Kinder – altersgruppenspezifische Lern- und Spielangebote entwickelt werden. Über regionale oder thematische Routen könnten einzelne Aspekte der Gartenkultur besonders herausgestellt werden (Beispiel ‚Klostergarten-Route‘ oder ‚Die Gärten der Familie von Fürstenberg‘). Auch eine Vernetzung der bereits bestehenden Initiativen der Offenen Gartenpforten bietet sich an; um die Vernetzung der öffentlichen und privaten Gartenbesitzer zu fördern, könnte im Rahmen des Projektes ein Eigentümerforum initiiert werden.
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„Landpartie” im Park von Schloss Wocklum, Balve, Foto: LWL / H. Kalle
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Auf der Basis dieser ersten Erkenntnisse und Bausteinideen wurde im Mai 2010 unter dem Titel „GartenLeben in Südwestfalen“ ein Projektantrag bei der Südwestfalen Agentur zur Regionale 2013 gestellt. Im Juli 2010 wurde das Projekt vom Ausschuss der Regionale 2013 mit dem ersten von drei notwendigen Sternen ausgezeichnet und somit in die weitere Qualifizierung der Regionale 2013 aufgenommen.
In den nächsten Schritten geht es nun darum, die Erfassung der Gärten und Parks zu vertiefen, weitere Garteneigentümer für die Projektidee zu begeistern und Partner in der Region zu finden, um die Gärten in Südwestfalen als lebendiges kulturelles Erbe zu sichern und den Menschen zugänglich zu machen. Gleich zeitig sollen Einrichtungen und Organisationen gewonnen werden, die die Gärten als Imagefaktor und touristisches Potential nutzen wollen.
Gemeinsam mit den Partnern und der Südwestfalen Agentur soll ein Fahrplan aufgestellt werden, wann welche Projektbausteine im Rahmen der Regionale 2013 umgesetzt werden sollen. Auch nach 2013 können die Partner die Projektergebnisse nutzen und touristische sowie kulturwirtschaftliche Angebote entwickeln, um das Profil der Region über das Themenfeld ‚Gärten und Parks‘ zu schärfen.
Kontakte: LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen Hartmut Kalle, Fürstenbergstraße 15, 48133 Münster Tel.: 0251 591-4020 E-Mail: hartmut.kalle@lwl.org Kreisheimatbund Olpe e.V. Vorsitzende: Roswitha Kirsch-Stracke Westfälische Straße 75, 57462 Olpe E-Mail: r_kirsch stracke@kreisheimat bund-olpe.de
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