Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Das Heimatmuseum Meschede - Eversberg
von Gerhard Trudewind


Heimat Museum Eversberg-1

Das Museum

In dem historischen Ortskern von Eversberg befindet sich das Heimatmuseum auf der Mittelstraße Nr. 12. Es ist in einem alten Ackerbürgerhaus aus dem Jahre 1756 untergebracht. Die Gründer, Pfarrer Dr. Lorenz Pieper und der Volksschullehrer Peter Wiese, haben ab 1934 im Sauerland Inventare für dieses Museum gesammelt. Die Sammlung haben sie vorerst in der Volksschule Eversberg untergebracht. Noch in der Vorkriegszeit hat die damalige Stadt Eversberg das alte Ackerbürgerhaus erworben. Nach notdürftiger Renovierung wurde das Museum im Juni 1953 wieder zugänglich gemacht. Die ehemalige Haushälterin von Lorenz Pieper, Theresia Rettler (1897- 1984), betreute es in der Anfangszeit. In den Jahren 1971-73 ließ die Stadt Eversberg das Haus Engeln grundlegend renovieren, damit es den Erfordernissen eines Museums besser entsprach. Fachmännische Unterstützung bei der Ausgestaltung des Museums hat Dr. Siegfried Kessemeier geleistet. Im Jahre 2002 wurde die noch im Haus befindliche Wohnung aufgelöst, das gesamte Haus war somit ein Museum. Neben dem Museum ist unter einer Überdachung ein hölzerner Pökeltrog aus dem Jahre 1655. Das Museum spiegelt die Lebensweise und Arbeitswelt der letzten 300 Jahre in der bäuerlichen Welt wider.

Rundgang durch das Museum

Im Zentrum des Hauses befindet sich die Deele mit Fischgrätenpflasterung aus Steinen, die in der Umgebung gesammelt wurden. Die Deele war der einzige Raum, der in früherer Zeit mit einem offenen Feuer beheizt wurde. Er war Hauptarbeitsraum im Haus, wurde aber auch für Feiern und für die Aufbahrung der Toten benutzt. Am Kopfende ist die offene Feuerstelle mit den Kochtöpfen am Hängeloh. Der Rauch zog über die Decke zu den Öffnungen der Deelen-Tür, trocknete das Holz auf der Asse und räucherte Würste und Schinken, die unter der Decke hingen. Neben der Feuerstelle ist der Backofen.

Heimat Museum Eversberg-2

Blick in die Tenne mit Pflug und Wannenmühle


Auf der Deele sind die Gerätschaften wie Pflug, Egge, Sense, Dreschflegel und weitere Geräte der früheren Landwirtschaft zu sehen. Ein Bild, von der abgerissenen Wassermühle an der Ruhr, zu der die Bauern ihr Korn zum Mahlen bringen mussten, hängt an der Wand. Ein großer hölzerner Backtrog aus dem Jahre 1789 mit Inschrift für das Ansetzen des Brotteigs mit Sauerteig steht auf der Deele. Gebacken wurde ca. alle 14 Tage. Auf der anderen Seite der Deele ist der Futtertrog für die Kühe. Sie wurden von hier aus gefüttert. An dieser Wand sind weitere Gerätschaften aus der Landwirtschaft ausgestellt.

In dem nächsten Raum ist die Milchkammer mit Satten, Rahmtopf, Stoß- und Drehkirne, Butterschüsseln und Käsefättchen. Eine Zentrifuge, wie sie ab 1900 im Gebrauch war, ist ebenfalls vorhanden. Beim weiteren Durchgang sind verschiedene Waagen und Scheffelmaße, so wie Ledereimer, die in jedem Haus zum Feuerlöschen vorhanden sein musste, zu sehen. Die Brunnen waren im Ort an verschiedenen Stellen. Hier musste auch das Wasser für Vieh und Menschen geholt werden. Um 1893 wurden die 4,5 km lange Wasserleitung mit gusseisernen Rohren vom Stimm-Stamm zum Schloßberg verlegt und Hausanschlüsse installiert. Durch die Höhenlage war keine Pumpe erforderlich. Eine Beschreibung ist im Museum ausgehängt. Gerätschaften zum Ausheben von Wassergräben und zum Bewässern von Wiesen im Winter sind vorhanden.

Die Hausschlachtung und Fleisch- und Wurstverarbeitung mit den erforderlichen Geräten und Bildern sind beim weiteren Durchgang zu sehen. Wäschekochofen und Waschutensilien sind ausgestellt. Ebenso Geräte für den Haushalt, Einkochgläser und Dosen mit Dosenverschließmaschine.

Heimat Museum Eversberg-3

Die Küche mit hauswirtschaftlichen Geräten



Im nächsten Raum ist neben einer Eichentruhe aus dem Jahr 1587 eine Anzahl von gusseisernen Ofenplatten ausgestellt, mit Motiven aus der Bibel oder von berühmten Feldzügen. Diese Platten sind von abgebauten eisernen Öfen, die im Sauerland später für Grubenabdeckungen benutzt wurden. Die Gründer des Museums haben sie um 1935 im Sauerland aufgekauft. Das Dachdeckerhandwerk war in Eversberg stark verbreitet. Die Gerätschaften zum Dachdecken mit Schiefer sind in diesem Raum ausgestellt.
Im anschließenden Raum sind die Arbeitsgeräte und Produkte von verschiedenen Handwerkszweigen zu sehen. Ein voll eingerichteter Schusterarbeitsplatz mit Schusterkugel und Schuhen in verschiedenen Fertigungsphasen sind vorhanden, auch Drexlerwerkzeuge und handbetriebene Maschinen sind hier ausgestellt. Ebenso Spinnrad, Haspel und Flachsbearbeitung sowie ein Webstuhl.Motiven aus der Bibel oder von berühmten Feldzügen. Diese Platten sind von abgebauten eisernen Öfen, die im Sauerland später für Grubenabdeckungen benutzt wurden. Die Gründer des Museums haben sie um 1935 im Sauerland aufgekauft. Das Dachdeckerhandwerk war in Eversberg stark verbreitet. Die Gerätschaften zum Dachdecken mit Schiefer sind in diesem Raum ausgestellt.
Im anschließenden Raum sind die Arbeitsgeräte und Produkte von verschiedenen Handwerkszweigen zu sehen. Ein voll eingerichteter Schusterarbeitsplatz mit Schusterkugel und Schuhen in verschiedenen Fertigungsphasen sind vorhanden, auch Drexlerwerkzeuge und handbetriebene Maschinen sind hier ausgestellt. Ebenso Spinnrad, Haspel und Flachsbearbeitung sowie ein Webstuhl.

Obergeschoss

Hier können die Gerätschaften der Waldarbeit und der Jagd besichtigt werden sowie Gebrauchsgegenstände der Kuhund Ziegenhirten, die das Vieh auf städtische Weiden trieben.

Heimat Museum Eversberg-4

Ofenplatte



An der gegenüberliegenden Wand hängen die Bilder von Kirchen, Kapellen und Bildstöcken in und um Eversberg. Es setzt sich fort mit Heiligenfiguren und dem Schaukasten einer Bibel aus dem Jahre 1607 und einer Vitrine mit Messgewändern. Auch sind im Obergeschoss einige sehr schöne Truhen zu sehen. In einer Truhe ist die Leinenaussteuer einer jungen Braut untergebracht.

Den darauf folgenden Raum zieren ein Modell der alten Stadt Eversberg mit dem Urkartaster, der alte Ratstisch aus dem Rathaus mit den Stühlen, eine Pfeifensammlung, Vitrinen mit verschiedenen Sammelstücken und einen gusseisernen Ofen.

Im Biedermeierzimmer aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die Möbel, wie Tisch und Sitzgruppe, Schrank mit Porzellan und Sekretär, wertvolle Stickbilder und ein gestanztes Bild mit religiösen Motiven ausgestellt. In einem Herbarium, das seinerzeit Apotheker im Studium erstellen mussten, können Pflanzen aus dem Jahre 1912 unter Glas bewundert werden.

Im Kinderzimmer lagert neben Bett und Kinderwiege im Schrank Leinenwäsche. Im Durchgang zum Elternschlafzimmer sind in Vitrinen Kleider und Stickarbeiten zu sehen.

Die Eichenmöbel im Elternschlafzimmer von 1920, Betten mit Paradekissen bestückt, Waschschüssel, Wasserkanne, Toilettentopf und Wärmeflasche sind vorhanden.

Heimat Museum Eversberg-5

Die Schusterwerkstatt

Letztlich folgt die Besichtigung der Küche im Erdgeschoss. Sie ist ausgestattet wie eine Küche um 1900 ausgestattet war: gusseiserner Ofen, Tisch mit Stühlen und Bank und in der Ecke der Sorgenstuhl. Die Gerätschaften für den Haushalt sind ebenfalls vorhanden.

Die Führung durch das Museum mit Erklärung der ausgestellten Gegenstände dauert ca. 1 Stunde. Öffnungszeiten: März bis November: Dienstag, Donnerstag, Samstag 15.00 bis 17.00 Uhr Sonntag 11.00 bis 12.00 Uhr Dezember bis Februar: Dienstag, Donnerstag, Samstag 15.00 bis 16.00 Uhr Sonntag 11.00 bis 12.00 Uhr + 14.00 bis 16.00 Uhr Eintritt: Erwachsene: 1,– EUR, Kinder: 0,50 EUR Schulklassen und Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach vorheriger Vereinbarung. Tel. oder schriftliche Anmeldungen: Gerhard Trudewind, Stadtmauer 31, 59872 Meschede, Tel 0291/3252 Paul Lenze, Auf der Helle 2, 59872 Meschede, Tel.0291/51218 Weitere Infos unter www.eversberg.de Heimatmuseum. Hier ist auch ein virtueller Rundgang durch die Räume des Museums zu sehen.


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