Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

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(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Honigbienen und Bienenhonig
Erfahrungen einer Sauerländer Jungimkerin

von Petra Wirxel

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Ein nicht ganz alltägliches Geschenk zum Polterabend

 

Einige mögen es anmaßend finden sich mit 31 Jahren noch als jung zu bezeichnen. In Imkerkreisen ist dies aber durchaus angemessen. Das Durchschnittsalter des deutschen Imkers liegt bei über 60 Jahren. Damit bin ich nicht nur wegen des Alters eher eine Ausnahme. Auch als Frau ist man in der Unterzahl. Ich muss aber fairerweise zugeben, dass ich ohne das Interesse und die Unterstützung meines Mannes wohl nie wirklich mit dem Imkern angefangen hätte.

Wenn Leute mitbekommen, dass mein Mann und ich Bienen haben, werden viele von ihnen hellhörig und neugierig. Bienen? Wie kommt man denn auf die Idee? Fragen beantworten wir gerne und es ist toll, andere Menschen für dieses Hobby zu begeistern.

Wie wir zu den Bienen kamen ...

Es gibt wahrscheinlich 1000 und einen Weg Imker zu werden. Manche erben vom Vater, Opa oder Onkel. Andere suchen eine sinnvolle Beschäftigung für das Rentenalter. Wir sind hier wohl wieder eine Ausnahme, da uns unser erstes Bienenvolk als Geschenk zum Polterabend überreicht wurde. Da ich noch mitten im Referendariat steckte, mussten unsere Bienen noch zwei Jahre zur Untermiete bei einem befreundeten Imker leben. Im Mai 2009 war es dann so weit und mein Mann und ich holten unser Volk nach Herhagen in ihr neues Zuhause. Zusammen mit einem weiteren geschenkten Schwarm von einem Nachbarn ging also alles los.

Wie man das Imkern lernt ...

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Fleißige Bienen am Schaukasten vor unserem Haus

Zu diesem Zeitpunkt hatten weder ich noch mein Mann wirklich eine Idee, was da auf uns zukommen würde. Aber wir hatten Hilfe. In unserem 100-Seelen-Dörfchen Herhagen gibt es alleine sechs Imker. Damit war eigentlich immer jemand in der Nähe, der mit Rat, Tat und Material aushelfen konnte. Trotzdem ist man am Anfang sehr unsicher, ob tatsächlich alles so läuft wie es soll. Erfahrene Imker sagen, dass Anfänger immer mindestens zwei Völker brauchen. Eins davon wird nämlich allzu häufig „kaputtgefuckelt“, weil man meint, wieder und wieder kontrollieren zu müssen, ob alles in Ordnung ist. Bienen mögen so häufige Störungen aber gar nicht und beim ständigen Ziehen der einzelnen Waben kann auch mal die Königin zu Schaden kommen.

Zusätzlich zur Unterstützung aus der Nachbarschaft bekamen wir viele Infos und praktische Tipps aus einem Anfängerlehrgang, den ich in Altenhundem besuchte. Außerdem wurde ich bald Mitglied im Mescheder Imkerverein, was sich als Segen erwies, da besonders Martin Tolksdorf als erster Vorsitzender bei jedem Problem erste Hilfe leistet.
 

Die Sache mit dem Stachel ...

Eine der häufigsten Fragen, wenn es um die Bienen geht, ist tatsächlich die nach dem Stachel. Stechen die nicht? Tut das nicht weh? Hast du keine Angst? Ja, sie stechen. Ja, es tut weh, wenigstens kurzzeitig. Aber nein, Angst braucht man wirklich nicht vor diesen kleinen Tieren zu haben. Solange man keine allergischen Reaktionen bei einem Bienenstich zeigt, gewöhnt man sich sehr schnell daran, hin und wieder mal gepiekt zu werden. In der Bienenzucht steht die Sanftmütigkeit der Völker heute mit an erster Stelle und sehr viele Imker arbeiten komplett ohne Schleier und Handschuhe an ihren Völkern. Ich selber schütze mich und die Bienen allerdings noch vor meiner gelegentlichen „Tollpatschigkeit“. Unbewusstes Quetschen passiert eben doch mal schnell und ich will ungerne vor Schreck eine vollbesetzte Wabe durch die Gegend werfen. Trotzdem würde es mich freuen, wenn ich irgendwann in naher Zukunft auch ohne Schutz arbeiten könnte.

Wie das mit dem Honig funktioniert ...

Was wäre die Biene uns wert, wenn sie keinen Honig liefern würde? Vermutlich wäre nur ein kleiner Teil der Imker bereit, weiter Bienen zu halten, obwohl die Bestäubungsleistung wirtschaftlich und ökologisch gesehen um ein vielfaches höher liegt als der Wert des Honigs, den man ernten kann.

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Vier Völker auf unserm Bienenstand

Trotzdem war es ein unglaublich erhebendes Gefühl, als wir unsere ersten vier Honigwaben bei meinem Onkel schleudern konnten. Mittlerweile können wir eher darüber lächeln, wie stolz wir auf diesen ersten Eimer Honig waren. Da die Anzahl unserer Völker in zwei Jahren auf bereits acht angewachsen ist, hat sich natürlich auch die Menge des geschleuderten Honigs vervielfacht. In den letzten zwei guten Jahren waren mehr als 30 kg Honig pro Volk, bei den Sauerländer Imkern keine Seltenheit. Und wir waren da keine Ausnahme. Mit dem Schleudern ist es bei der Honiggewinnung aber nicht getan. Er wird gesiebt, abgeschäumt, immer wieder gerührt und schließlich in Gläser gefüllt. Und bei all diesen Schritten kann man eine Menge falsch machen. Deshalb besuchte ich Anfang dieses Jahres einen der offiziellen Honiglehrgänge des Deutschen Imkerbundes und bin dadurch auch berechtigt, die Gewährverschlüsse (Aufkleber) des DIB auf unseren Gläsern zu benutzen. Aber das Wichtigste ist: Unser Honig scheint zu schmecken. Wir neigen dazu, ihn fast bis zu „cremiger Nutella-Konsistenz“ zu rühren und offensichtlich schmeckt das nicht nur uns. Kollegen, Freunde, Verwandte etc. haben im letzten Jahr dafür gesorgt, dass im Januar die Regale leer waren. Wir versuchen das in Zukunft zu vermeiden. Die Enttäuschung in den Gesichtern war nur schwer zu ertragen ...

Wie man sich als Imker verändert ...

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Beim Honigschleudern in unserer Bienenküche

Meine Schwester beschimpft mich gelegentlich als „Öko-Tussi“, wenn ich ihr den Namen jedes noch so unscheinbaren Krauts am Wegesrand nennen kann oder weil ich meiner Mutter verbiete, Forsythien in den Garten zu pflanzen, weil die ja keinen Nektar und keinen Pollen für die Bienen liefern. Auch das geplante Staudenbeet in meinem Garten ist eher zu einem Wildkräuterbeet mutiert.

Ich glaube, dass man als Imker seinen Blick auf die Umwelt ändert. Die Bienen leben von der Vielfalt an Blühpflanzen in Wald und Wiese und viele Pflanzen hätten wiederum große Probleme ohne die Bienen. Ich habe eben schon den unschätzbaren Wert der Bienen als Bestäuber erwähnt, den kein anderes Insekt in dem Maße bieten kann. Viele Landwirte haben mittlerweile erkannt, dass es sich lohnt die Imkerei zu unterstützen, da Erträge bei vielen Pflanzen, z. B. bei Obst aber auch Raps, erheblich niedriger liegen, wenn keine Bienen zum Bestäuben da sind. Trotzdem kommen manchmal Zweifel, wenn man den Zuwachs an Monokulturen auch bei uns im Sauerland beobachtet.

Die Bienen haben nämlich schon genug Probleme. Kein Imker kommt heutzutage ohne die Bekämpfung der Varroa-Milbe aus, die aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde. Man sagt, dass ohne Behandlung kein Volk mehr als zwei bis drei Jahre überlebt. Damit wird klar, wie wichtig die Imkerei für das Überleben der Honigbiene ist. Deshalb ist es umso bedenklicher, dass gleichzeitig die Zahl der Imker in den letzten Jahren immer mehr abgenommen hat.

Ich kann also nur dafür plädieren, sich für die Honigbiene zu interessieren und sie soweit zu unterstützen, wie es jedem möglich ist. Man kann z. B. den Honig bei heimischen Imkern kaufen, statt beim Discounter. Auch kann jeder seinen eigenen Garten bienenfreundlich gestalten. Oder man legt sich ein neues Hobby zu? Der Mescheder Imkerverein, wie wahrscheinlich auch jeder andere Imkerverein in der Region, ist gerne bereit, tatkräftig jeden neuen Imker zu unterstützen. Bestimmt gibt es auch in der Nachbarschaft Imker, die sich gerne mal über die Schulter schauen lassen ...


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