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In Absprache zwischen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, vertreten durch Prof. Dr. Hans Taubken, dem Ministerium für Kultur Nordrhein-Westfalen und des Regierungspräsidenten Arnsberg, ferner durch Unterstützung der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherungen, der beiden Kreise Hochsauerland und Olpe, hat der Sauerländer Heimatbund das Projekt "Mundarten im Sauerland" in seine Trägerschaft genommen. Zu danken ist auch Dr. Adalbert Müllmann, dem ehemaligen Vorsitzenden des Sauerländer Heimatbundes, und Dieter Wurm, dem jetzigen Vorsitzenden, für ihre tatkräftige Unterstützung. Nun mußte noch eine Person gefunden werden, die die Arbeit selbst in Angriff nehmen und die Aufzeichnungen vornehmen kann.
Düese Persoun het se nu gefunnen. Wat Lü kennt mi all, owwer längste nich alle. Dorüm mau ek mi eerst mol offiziell vörstellen. Mienen Namen es Werner Beckmann, ek sin am 8. Febrewar 1951 in Bochum gebuorn un do ouk grout geworn. Äist sin ek inne Volksschoule gegohn, dann inne Realschoule, owwer dann hebb ek - ek was all 27 Johre olt - noch op'm Obendgymnasium dat Abitur nogemakt. Dann hebb ek in Bochum Sprokwiettenschop studeert - "Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft" hett dat amtlick; tehoupe met Germanistik un Latiensch. Dat Studium hebb ek 1989 met'm "Magister Artium" afgeschloatten. - Dono hebb ek aan de Uni Mönster as Hauptfach Germanistik gehatt, denn miene Doktor-Arbäit, de hebb ek öäwer Unriegelmötigkeiten inde plattdüütschen Grammatik geschrieben. Offiziell hiett de Dissertatioune den Titel: "Suppletion im Niederdeutschen." - In de düütschen Literatur, do hebb ek mi besunners üm Schriftsteller-Lü gekümmert, we wat met'n Plattdüütschen te daun het. In mienem Rigorosum hadd ek dorüm ouk as Prüfungs-Giegenstand "Die Buddenbrooks" van Thomas Mann. Un 1997 hebb ek dann endlicks min Doktor-Examen maken gedrofft. - Mien Plattdüütsch,dat es de Suerlänner Mundarten jo wahne ähnlick; ek was all vaken im Suerlanne, im HSK un im Kreis Olpe. Ek he nümols Last gehatt, dat ek mi met de Lü nich verstohn gekonnt hädde. Im Giegendäil, ek küer un hör Platt wahne gerne, un dorüm mäket mi diese Arbäit met dem Plattdüütschen Toun-Archive ouk wahnen Spass.
Die Vorgehensweise ist folgende: Aufgesucht werden Leute, die der Plattdeutschen Sprache noch mächtig sind, die Interviews verlaufen grundsätzlich in Plattdeutsch. Gefragt wird nach dem Geburtsort und dem Geburtsdatum und nach der Herkunft der Eltern. So kann die Ortsmundart des oder der Gefragten definiert werden. Es werden Fragen gestellt über Schul- und Jugendzeit, Lehre und Beruf, und welche Rolle dabei das Plattdeutsche spielte. Oft kann beim Thema Beruf oder Hobby ein besonderes Interesse angesprochen werden. Oder es können Erlebnisse geschildert werden, zu denen ein besonderer Bezug besteht, etwa der erste Schultag, Kommunion / Konfirmation, Reise, Soldatenzeit, Kriegszeit usw. Ist die oder der Gefragte schriftstellerisch tätig oder auch sonst für das Plattdeutsche besonders aktiv, so wird auch dies berücksichtigt. Dann wird auch, wenn möglich, um eigene schriftstellerische Beiträge gebeten. Beim Berichten über Jugend- und Kinderzeit werden in der Regel auch die (alten) Bräuche im Verlaufe der Jahreszeiten berücksichtigt wie Neujahrs-Ansingen, Dreikönigs-Singen, Lüttke Fastnacht usw. Zum Schluß werden die Wenkerschen Sätze ins Plattdeutsche übersetzt. Um etwa 1870 versandte der Germanistik- Professor Wenker 40 unabhängig voneinander formulierte Sätze an alle Schulen des damaligen deutschen Reiches. Der erste davon lautet: "Im Winter fliegen die trockenen Blätter in der Luft herum"; der siebte: "Er ißt die Eier immer ohne Salz und Pfeffer." Er bat, die Sätze in die jeweilige Ortsmundart übersetzt, ihm wieder zuzusenden. Auf diese Art ist ein gewaltiges Archiv entstanden, das bis heute in Marburg aufbewahrt wird und das den Grundstock des Deutschen Sprachatlas (DSA) bildet. - Durch die erneute Abfragung der Wenkerschen Sätze im kurkölnischen Sauerland bieten sich zwei Vorteile: a) Es ist zu erkennen, daß sich in dem jeweiligen Ort die Mundart von damals bis heute - in einem Zeitraum von etwa 100 Jahren verändert hat. b) Die Sätze sind auch hörbar, man bekommt den Klang der Mundart ins Ohr. Nicht das geschriebene, sondern das gesprochene Wort macht eine Sprache vollkommen erfaßbar.
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