Wappen des Kurkölnischen Sauerlandes

(H)Franziska Seibertz, 1855

(H)Winterberg

(H)Gabelkreuz in Scharfenberg

(H)Wocklum

(H)Krippe auf Schloß Melschede

(H)Arnsberg

(H)Waldskulpturenweg

(H)Hof in Kirchveischede

(H)Fluß

(H)Herbstwald

(H)Mitgliederversammlung-Schloß Amecke

Kirchrarbach sucht seine „Wurzeln“
von Dr. Erika Richter

Vor wenigen Wochen hat der Heimat- und Geschichtsverein der katholischen Kirchengemeinde Kirchrarbach ein Buch herausgebracht, das die Herzen von sauerländischen Geschichts- und Familienforschern höher schlagen lässt: eine umfangreiche Zusammenstellung und Erläuterung von Stammreihen und Familien über viele Jahrhunderte hinweg. Dass historische Laien einer relativ kleinen Dorfgemeinschaft ein so anspruchsvolles Werk mit dem Titel „Wurzeln“ veröffentlichen konnten, wirft Fragen auf, die im folgenden gestellt und von den hauptsächlichen Mitwirkenden, die auch im Impressum als verantwortlich für die „textliche Aufarbeitung“ genannt sind, beantwortet werden: Ludger Büngener, Kirchrarbach − Eduard Klauke, Kirchrarbach − Josef Lumme, Sögtrop − Alfred Steilmann, Oberhenneborn und Josef Wüllner, Oberhenneborn.

Kirchrarbach-1

Alfred Steilmann, Josef Wllner, Eduard Klauke, Ludger Bngener, Gerd Kadler und Josef Lumme

Frage: Wie und wann hat Ihre „Wurzelsuche“ eigentlich begonnen?
Antwort: Das war im Jahr 1989. Vorwiegend Mitglieder des Pfarrgemeinderates bildeten damals das Redaktionsteam unseres Heimatblattes „Der Bumbacher“. Folglich war auch die Kirchengemeinde Herausgeber der Heimatnachrichten. Da im Laufe der Jahre immer mehr Redaktionsmitglieder aus dem PGR ausschieden, wollte man etwas Eigenes schaffen, damit die begonnene Arbeit fortgesetzt werden konnte. So wurde im Jahre 1998 der Heimat und Geschichtsverein der kath. Kirchengemeinde Kirchrarbach e.V. gegründet, dem Mitglieder aus allen 10 Dörfern des Kirchspiels Kirchrarbach angehören sollten. Der Kirchenvorstand stellte uns im Theresia-Albers-Haus einen Büro und einen Archivraum zur Verfügung. Es kamen etwa 100 Personen zusammen, die diesem Verein spontan beitraten. Im Zuge der Vereinsgründung wurde dieser dann auch Herausgeber der Heimatnachrichten. Jetzt waren die Voraussetzungen geschaffen, die begonnene Arbeit fortzusetzen und größere Vorhaben in den Blick zu nehmen.
Frage: Und wie haben Sie dann Ihr großes Unternehmen angepackt, das sich jetzt in diesem 600 Seiten starken Buch niederschlägt?
Antwort: Wir hatten gleich zwei Projekte im Sinn: Eine neue Chronik der Gemeinde und die Erfassung der Stammreihen aller bis heute entstandenen Wohnplätze. Diese Arbeit sollte dann in einem Buch festgehalten werden. Bei Sichtung aller Unterlagen kamen wir dann doch zu dem Ergebnis, für die Stammreihen ein eigenes Buch herauszugeben. Ein besonderer Glücksfall war, dass es von der Pfarrvikarie Oberhenneborn, die zum Kirchspiel gehört, bereits das Manuskript einer Chronik gab, die der Pfarrvikar Studienrat Leister erstellt hatte. Er ist um 1940 in Oberhenneborn von Hof zu Hof gegangen und hat neben einer allgemeinen Ortschronik die Geschichte der 26 Höfe als eine Hofchronik verfasst; wozu er auch das Dekanatsarchiv Fredeburg und die Urkunden der Abtei Grafschaft durchforschte, die bis zur Säkularisation hier die größte Grundbesitzerin war. Seine Arbeit ist aber bisher noch nicht veröffentlicht worden.
Frage: Diese Vorlage von Oberhenneborn macht verständlich, dass sie einen Hauptteil des Buches ausmacht (S. 193 – 491). Aber wie kamen Sie an die anderen Hofgeschichten von Dornheim bis Sögtrop, und bis wann reichen Ihre Quellen zurück?
Antwort: Leider lagen für die anderen Orte so umfangreiche Aufzeichnungen nicht vor. Lediglich für Kirchrarbach konnten wir auf Aufzeichnungen von Pfarrer Heinrich Kaiser zurückgreifen, die aber längst nicht das Ausmaß der Oberhenneborner Unterlagen ausmachten. Über die Hof- und Hausstätten in Sögtrop hatte Lehrer Josef Lumme einige Daten in einem Schulheft festgehalten. Für die Orte Dornheim Föckinghausen, Hanxleden, Kirchrarbach, Mönekind, Niederhenneborn, Sellmecke und Sögtrop mussten also fast alle Daten neu zusammengetragen und erfasst werden. Dazu haben wir Ende 2000 einen großen Fragebogen erstellt, und die Mitglieder unseres Vereins – dazugehören übrigens auch Frauen – haben ihn an die Hausbesitzer in allen Dörfern verteilt. So konnten erste wichtige Informationen aus allen Dörfern gewonnen werden. Selbstverständlich wurden auch Daten aus dem Werk von Lauber verwertet, auch solche aus dem Stadtarchiv Schmallenberg und aus dem Staatsarchiv Münster. Die Zusammenstellung, die Ergänzung und Überprüfung aller Daten hat uns dann jahrelang beschäftigt. Die ältesten Quellen waren die Schatzungslisten aus dem 16. Jahr hundert.
Frage: Wo lagen besondere Schwierigkeiten?
Antwort: Es lag uns sehr daran, auch die geschichtliche Entwicklung der untergegangenen Höfe zu erfassen. Ihr Grundbesitz fiel ja z.B. an frühere Beilieger, die bis dahin kein Grundeigentum hatten und nun in den Dörfern ihre Häuser bauten. Wir haben jedes Haus und die Geschichte jedes Hauseigentümers festgehalten, der in der Gegenwart nun hier lebt. Daraus ist ein 600 Seiten starkes Buch entstanden. 282 Stammreihen sind darin aufgeführt, alle Häuser mit Hausgeschichte und 605 historischen und aktuellen Bildern versehen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass diese Arbeit nur in einem überschaubaren Raum möglich ist, wie ihn unser Kirchspiel mit seinen rund 1000 Einwohnern darstellt. In Orten mit vielen Neubausiedlungen wäre das wohl nicht zu leisten.
Frage: Wie hoch war die Auflage und wie sieht es mit dem finanziellen Ergebnis aus?
Antwort: Wir haben 720 Bücher drucken lassen und sind mit dem Verkaufsergebnis mehr als zufrieden. Die Resonanz war in den Dörfern und darüber hinaus wirklich erfreulich. Auch bei Heimatforschern und den befreundeten Heimatvereinen fand das Buch großes Interesse. Sogar nach Kanada (2) und USA (1) sind Bücher verschickt worden. Sicher haben auch die vielen Fotos der Häuser dazu verholfen.
Frage: Gibt es einen Grund für das ungewöhnliche Format des Buches, es ist ja recht schmal (18 cm) und auffällig hoch (33 cm)?
Antwort: Das Format ermöglichte uns die zweispaltige Wiedergabe der langen Stammreihen. Wir haben also aus der Not eine Tugend gemacht.
Frage: Und was sind Ihre nächsten Pläne?
Antwort: Einem gut geführten und regen Heimatverein geht die Arbeit eigentlich nie aus. In erster Linie steht nun das zweite Buch „Chronik der Pfarrei Kirchrarbach und der Pfarrvikarie Oberhenneborn“ auf der Agenda ganz oben. Für dieses Projekt liegen schon eine ganze Reihe Beiträge bereit. Aber es bleibt noch viel zu tun. Wir hoffen, das Werk bis Ende 2011 den interessierten Heimatfreunden vorlegen zu können. Dazu kann man Ihnen viel Glück wünschen. Wir sind schon heute gespannt darauf.


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